Der Mond ist aufgegangen

Komponist: Johann Abraham Peter Schulz | Texter: Matthias Claudius

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Informationen

Nummer:
482
Jahr:
1790
Herkunft:
DE

Kurzinfo

Der Mond ist aufgegangen ist die Anfangszeile eines Gedichts, das der Hamburger Dichter Matthias Claudius (1749-1815) im Jahr 1779 unter dem Titel Abendlied im Musen Almanach für 1779 veröffentlicht, aber wohl schon ein Jahr früher geschrieben hat. Als Lied ist es heute nur noch unter seiner Anfangszeile Der Mond ist aufgegangen bekannt. Im Jahr 1790 veröffentlichte Johann Abraham Peter Schulz (1747-1800) eine Vertonung des Gedichts in der Sammlung Lieder im Volkston, bey dem Claviere zu singen. Mit der Melodie von Schulz steht das Lied auch im Evangelischen Gesangbuch (EG 482) und seit 2013 auch im katholischen Gotteslob (Nr. 93). Das war aber nicht immer so. Noch bis ins 20. Jahrhundert hinein wurde das Lied meistens mit der Melodie von Heinrich Isaac verknüpft, nach der auch das Abendlied Nun ruhen alle Wälder gesungen wird, denn auch auf diese Melodie kann das Abendlied gesungen werden. Dies war kein Zufall, denn Paul Gerhardts (1607-1676) Gedicht aus dem Jahre 1647 war wohl eine Vorlage für das Gedicht von Matthias Claudius, das auch als christliches Gedicht aufgefasst wird. Quelle: lieder-archiv.de

Noten

Strophen

1.

Der Mond ist aufgegangen, die goldnen Sternlein prangen am Himmel hell und klar; der Wald steht schwarz und schweiget, und aus den Wiesen steiget der weiße Nebel wunderbar.

2.

Wie ist die Welt so stille und in der Dämmrung Hülle so traulich und so hold, als eine stille Kammer, wo ihr des Tages Jammer verschlafen und vergessen sollt!

3.

Seht ihr den Mond dort stehen? Er ist nur halb zu sehen, und ist doch rund und schön! So sind wohl manche Sachen, die wir getrost verlachen, weil unsre Augen sie nicht sehen.

4.

Wir stolze Menschenkinder sind eitel arme Sünder und wissen gar nicht viel; wir spinnen Luftgespinste und suchen viele Künste und kommen weiter von dem Ziel.

5.

Gott, laß dein Heil uns schauen, auf nichts Vergänglichs trauen, nicht Eitelkeit uns freun; laß uns einfältig werden und vor dir hier auf Erden wie Kinder fromm und fröhlich sein!

6.

Wollst endlich sonder Grämen Aus dieser Welt uns nehmen Durch einen sanften Tod! Und, wenn du uns genommen, Laß uns in Himmel kommen, Du unser Herr und unser Gott!